, Schär Matthias

Matchbericht: 1. Mannschaft- FC Wyler 2:3 (2:0)

Ersatz: Pulver/Spielmann/Lopes/Günter/Hausammann/Böhlen  

Tore:

25 Min              1: 0           Luc Frésard

39 Min              2: 0           Martin Schär

70 Min              2: 1           Dejan Kuzmanovic

72 Min              2: 2           Davide De Giorgi

91 Min              2: 3           Rui Manuel Da Silva (Penalty)  

Emotionsausbrüche jeglicher Art am Riedweg  

Für einmal trägt der SCG sein Heimspiel am Samstagabend aus. Die Bedingungen dafür sind optimal, es herrschen gefühlte 18 Grad an diesem schönen Spätsommertag. Dies sorgt auch dafür, dass sich zahlreiche Fans am Riedweg einfinden. Unter diesen befinden sich auch einige euphorische Wyler-Anhänger, welche mit Transparenten und einem Megafon ausgerüstet sind. Zu den Fans später mehr, schliesslich geht es ja vor allem ums Spielgeschehen. In den beiden Trainings unter der Woche hat Trainer Ryser alles daran gesetzt, seine Mannen optimal auf den offensiv starken Gegner einzustellen. Dementsprechend agiert das Heimteam mit nur einer Sturmspitze, man will etwas tiefer stehen als sonst und die Räume im Mittelfeld eng machen. Diese Taktik scheint von Beginn weg aufzugehen. Der SCG lässt defensiv wenig zu. Wenn die Hausherren ihrerseits am Ball sind, wird blitzschnell umgeschaltet. Es zeichnet sich früh ab, dass der hochstehende FC Wyler in der Abwehr verwundbar ist. Nach etwas mehr als zehn Minuten wird Stürmer Schär Martin in die Tiefe laciert, sein Flachschuss verfehlt das Tor jedoch um einige Zentimeter. Nur wenige Minuten später findet Frésard nach einem Ballgewinn viel Platz vor, der Jungspund weiss diesen Raum zu nützen. Er fasst sich ein Herz und schlenzt aus rund 30 Metern aufs Tor. Der Torwart der rotblauen bleibt wie angewurzelt stehen und kann nur zusehen, wie der Ball perfekt in den Winkel fliegt. Die Emotionen gehen erstmals hoch am Riedweg, die Freude beim Heimteam über den Führungstreffer ist riesig. Wiederum nur wenige Minuten später weicht die Freude in den Gesichtern der SCG-Fans blankem Entsetzen. Der Schiedsrichter zeigt nämlich auf den Penaltypunkt, nachdem Tüscher und auch Rimle in einem Laufduell den gegnerischen Flügelspieler aus dem Tritt bringen. Sicherlich ein harter Entscheid des Unparteiischen, jedoch ist er aufgrund seiner durchgehend strengen Linie vertretbar. Den fälligen Strafstoss setzt der Kapitän der Gäste neben den Kasten. So steht es weiter 1:0 für die Grafenrieder. Diese kommen ihrerseits vor der Pause zu weiteren Gelegenheiten. Am rechten Flügel setzen sie sich auf engstem Raum durch, Knuchel bringt den Ball zur Mitte, dort kann sich Schär gegen die stämmigen Innenverteidiger des FCW durchsetzen und zum 2:0 einnetzen. Nur wenige Zeigerumdrehungen vor der Pause kommt es noch besser für Grünschwarz. Nach zwei Fouls innerhalb kürzester Zeit fliegt der rechte Flügel der Gäste vom Platz. Auch dieser Entscheid ist hart, aber vertretbar, denn die Karten sitzen beim Schiedsrichter an diesem Abend sehr locker in der Tasche.

So startet der SCG mit einem Mann mehr und mit zwei Toren Vorsprung in den zweiten Umgang. Eine formidable Ausgangslage. Die ereignisreiche Partie hat auch nach dem Pausentee einiges zu bieten. Wyler steht jetzt noch höher als in der ersten Hälfte und sucht mit aller Vehemenz den Anschlusstreffer. Die SCG steht hinten jedoch weiterhin solid und die langen Bälle werden von Gasser allesamt abgefangen. Bei den Gegenstössen findet das Heimteam nun sehr viel Raum vor, die guten Chancen lassen nicht lange auf sich warten. Leider verpasst es die Ryser-Elf in dieser Phase mehrmals das Spiel zu entscheiden. Nur wenige Sekunden nach einer guten Möglichkeit für den SCG spielt sich Wyler durch das Zentrum bis in den Strafraum und schon steht es 2:1 statt 3:0. Nun gehen die Emotionen hoch. Fans und Spieler des FCW sind euphorisiert der SCG konsterniert. Nun haben die in Unterzahl agierenden Stadtberner neue Hoffnung geschöpft. Nur zwei Minuten nach dem Anschlusstreffer folgt der Ausgleich. Die SCG wirkt überfahren, man hatte über weite Strecken alles im Griff und plötzlich steht es doch wieder Unentschieden. Kommt noch dazu, dass zwischenzeitlich gleich mehrere Spieler verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen müssen. Neben Schär Matthias (Bänderverletzung) und Goali Gasser (Muskelzerrung), erwischt es Lopez am schlimmsten. Der junge Flügel hatte sich schon einmal schwer am Knie verletzt und jetzt besteht erneut der Verdacht auf einen Kreuzbandriss. An dieser Stelle wünschen wir Mauro bereits jetzt gute Genesung! Aufgrund der diversen angeschlagenen und verletzten Spieler ist Trainer Ryser gezwungen mit Böhlen und Günter zwei Spieler einzuwechseln, welche aufgrund von Verletzungen planmässig heute nicht hätten zum Einsatz kommen sollen. In der Schlussphase wird die Begegnung zunehmen hektisch, um nicht zu sagen sogar gehässig. Die Gästefans konzentrieren sich anders als zu Beginn des Spiels nicht mehr auf das Anfeuern ihrer Spieler, sondern es sind unschöne Wortlaute und Beleidigungen über das Megafon zu vernehmen. Auch auf der Gegenseite zwischen den Spielerbanken wird die Stimmung zunehmend ungemütlich. Man wirft sich Zeitspiel und unsportliches Verhalten vor. Auf dem Feld läuft bereits die Nachspielzeit, als ein Angreifer des FCW im Strafraum erneut zu Fall kommt. Das Verdikt ist klar, erneut Penalty für die Gäste. Die Nummer sieben lässt sich nicht zweimal bitten und markiert den Siegtreffer. Darauf finden die Grafenrieder keine Antwort mehr, wenige Sekunden später ist die Partie zu Ende. Die Emotionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Wut und Trauer bei den Gastgebern, grenzenloser Jubel bei Wyler. Nach dem Schlusspfiff entlädt sich das ganze in Raufereien, inklusive Rudelbildung am Spielfeldrand.

Zum Schluss bleibt bloss die bittere Enttäuschung, dass man im dritten Heimspiel die dritte Niederlage verbuchen muss. Der SCG hat gekämpft, war taktisch sehr gut eingestellt und ist gegen einen starken Gegner über 70 Minuten ebenbürtig gewesen. Es gilt jetzt diese brutale Niederlage zu verdauen und am nächsten Samstag um 16:30 auswärts gegen den FC Bern mit der genau gleichen Einstellung anzutreten. Wenn dies gelingt, liegen gegen den Tabellenneunten definitiv drei Punkte drin.